Anleitung für den Domino-Administrator

Den Export erstellen

Etwa 20 Minuten. An Ihren Anwendungen und Dokumenten wird nichts verändert und kein fremder Code ausgeführt. Geschrieben werden ausschließlich die Exportdateien in ein Verzeichnis Ihrer Wahl. Sie brauchen den Domino Designer und Designer-Zugriff auf die Anwendungen, die untersucht werden sollen.

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Der eine Haken, auf den es ankommt

Domino kann dieselbe Anwendung auf zwei Arten exportieren: mit lesbarem Quelltext — oder mit kompiliertem Bytecode. Sieht im Export gleich aus, ist aber der Unterschied zwischen einem brauchbaren Befund und einer Liste von Namen.

Aus kompiliertem Bytecode lässt sich die Logik nicht zurückgewinnen — von keinem Werkzeug, auch von diesem nicht. Wir sagen Ihnen im Bericht, wie viel davon betroffen ist. Reparieren können wir es nicht; ein neuer Export mit der richtigen Einstellung schon.

In einem Testbestand aus 16 öffentlichen Notes-Anwendungen lagen nur 18 % der Logik als Quelltext vor. Die falsche Einstellung ist der Normalfall.

Weg 1 — Domino Designer, je Anwendung

Der übliche Weg. Für jede Anwendung einmal durchführen.

  1. Anwendung im Domino Designer öffnen.
  2. Design-Elemente auswählen. Im Navigator: Forms, Views, Folders, Agents, Script Libraries, Shared Fields. Bilder, Stylesheets und Dateianhänge werden nicht gebraucht — sie tragen keine Logik und machen den Export nur groß.
  3. Datei → Exportieren…, als Typ Domino DXL wählen.
  4. Im Exportdialog beide Haken setzen:

    Convert raw item data to DXLDer entscheidende. Ohne ihn kommt die Logik kompiliert an.

    Output DOCTYPEDamit die Datei sich eindeutig als DXL zu erkennen gibt.

  5. In ein leeres Verzeichnis exportieren — und zwar in einen eigenen Ordner je Anwendung. Wie das aussehen muss, steht gleich unten.

Weg 2 — LotusScript-Agent, für viele Anwendungen

Wenn der Designer-Weg nicht in Frage kommt oder zwanzig Anwendungen anstehen. Als Agent in der jeweiligen Anwendung anlegen und einmal ausführen.

Dim s As New NotesSession
Dim db As NotesDatabase
Dim nc As NotesNoteCollection
Dim ex As NotesDXLExporter

Set db = s.CurrentDatabase
Set nc = db.CreateNoteCollection(False)
nc.SelectForms          = True
nc.SelectViews          = True
nc.SelectFolders        = True
nc.SelectAgents         = True
nc.SelectScriptLibraries = True
nc.SelectSharedFields   = True
Call nc.BuildCollection

Set ex = s.CreateDXLExporter(nc, "C:\\export\\" & db.Title & ".dxl")

' Diese beiden Zeilen entscheiden ueber Erfolg oder Misserfolg:
ex.ConvertNotesBitmapsToGIF = True
ex.ForceNoteFormat          = False   ' False = typisiert, MIT Quelltext
ex.OutputDOCTYPE            = True

Call ex.Process
Print "Fertig: " & db.Title

ForceNoteFormat = False ist hier das Gegenstück zum Haken oben: auf True erzwingt es die generische Form mit kompilierten Formeln — genau das, was vermieden werden soll.

So muss das ZIP aussehen

Ein Ordner je Anwendung, und gepackt wird das übergeordnete Verzeichnis — nicht der Inhalt einer einzelnen Anwendung.

✓ Richtig

export.zip
├── Kreditantraege/
│   ├── Antrag.form
│   ├── Offene.view
│   └── Bonitaet.lsa
├── Kundenakte/
│   ├── Kunde.form
│   └── AlleKunden.view
└── Archiv/
    └── …

Der Bericht nennt Ihre Anwendungen beim Namen.

✗ Falsch

export.zip
├── Forms/
│   └── Antrag.form
├── Views/
│   └── Offene.view
└── Code/
    └── Bonitaet.lsa

Hier wurde in die Anwendung hineingegangen. Wir erkennen das und sagen es im Bericht — aber die Namen Ihrer Anwendungen stehen dann nirgends mehr im Archiv.

Unterordner innerhalb einer Anwendung sind in Ordnung — der Domino Designer legt sie selbst an. Wichtig ist nur die oberste Ebene.

Vor dem Hochladen: drei Kontrollen

  1. Eine Datei öffnen und hineinsehen. Suchen Sie in einer .view-Datei nach SELECT. Finden Sie eine lesbare Formel wie SELECT Form = "Antrag", war der Export richtig. Finden Sie stattdessen <formula compiled='true'> gefolgt von Buchstabensalat, fehlte der Haken.
  2. Oberste Ebene prüfen. Öffnen Sie das ZIP: stehen dort Ihre Anwendungsnamen oder Forms, Views, Code? Im zweiten Fall eine Ebene höher packen.
  3. Keine Geschäftsdaten. Der Export enthält Design, keine Dokumente. Falls doch Dokumente mit exportiert wurden, nehmen Sie sie heraus — wir brauchen sie nicht, und was nicht übermittelt wird, muss auch nicht geschützt werden.

Was gelesen wird — und was nicht

Wird gelesen

  • Masken: Name, Felder, Feldtypen, Formeln je Feld
  • Ansichten und Ordner: Spalten, Spaltenformeln, Auswahlformel
  • Agenten: Auslöser, LotusScript- oder Formel-Quelltext
  • Skriptbibliotheken: LotusScript-Quelltext
  • Geteilte Felder, ACL-Einträge
  • UNID, Erstellungs- und Änderungsdatum

Wird nicht gelesen

  • Dokumente und Geschäftsdaten — sie sind im Export gar nicht enthalten
  • Bilder, Stylesheets, Dateianhänge
  • Verschlüsselte Design-Elemente
  • Kompilierter Bytecode (siehe oben)

Häufige Fragen

Läuft irgendetwas auf unserem Domino-Server?

Nein. Der Export ist eine Funktion des Domino Designer beziehungsweise ein Agent, den Sie selbst schreiben und selbst ausführen. Von uns kommt kein Code auf Ihre Maschine, und wir bekommen keinen Zugang zu Ihrem Server.

Was passiert mit dem Export, den wir hochladen?

Er wird auf einem Server unter unserer Kontrolle in Frankfurt am Main verarbeitet und dort gelöscht, bevor der Bericht zu Ihnen zurückgeht. Er wird nicht gesichert und nicht weitergegeben. Es wird kein Cloud-KI-Dienst eingesetzt. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung und in der Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung.

Am Bestand ist „Design verbergen“ gesetzt. Geht das trotzdem?

Die Struktur schon — Masken, Ansichten, Felder werden erfasst. Der Quelltext nicht: „Design verbergen“ entfernt ihn unwiderruflich aus der Anwendung. Kein Werkzeug bringt ihn zurück. Der Bericht weist diese Elemente als nicht lesbar aus, statt so zu tun, als wäre alles da.

Wie groß darf das Archiv sein?

Bis 200 MB entpackt. Ein Design-Export ist selten größer als ein paar Megabyte — 16 vollständige Anwendungen mit 692 Dateien ergaben in unserem Testbestand 2,8 MB. Wird es deutlich größer, sind meist Bilder oder Dateianhänge mit drin, die nicht gebraucht werden.

Wir haben nur eine einzige Anwendung.

Dann legen Sie sie in einen Ordner mit ihrem Namen und packen den Ordner. So steht der Name im Bericht.

Was, wenn der Export nicht gut genug ist?

Das sagen wir Ihnen im Bericht, ganz vorn und nicht in einer Fußnote — mit der Zahl, um die es geht. Ein neuer Export mit der richtigen Einstellung ersetzt den Stand einfach.

Export ist fertig — zur Bestandsanalyse →